Was können Einzelanalytiker und Einzeltherapeuten aus Erfahrung in Gruppen und der Gruppenanalyse für ihre analytischen/therapeutischen Behandlungen lernen? Gruppenanalytisches Gespräch.

07.06.2024 Fr 19:00 Uhr
BIG, Rudolfstraße 14, 10245 Berlin

Was können Einzelanalytiker und Einzeltherapeuten aus Erfahrungen in Gruppen und der Gruppenanalyse für ihre Einzelbehandlungen und ihre Haltung lernen? Erfahrungen, konzeptuelle und theoretische Überlegungen – Diskussion und Austausch

In der Vergangenheit seit den Anfängen von Freud prägte der Psychoanalytiker hinter der Couch das Bild der analytischen Psychotherapie. Die Gruppenanalyse hat dieses Bild erweitert und hat sich auf den Weg gemacht von der Couch zur im Kreis („circle“) sitzenden Gruppe. In der Vorstellung vom Patienten wandelte sich der Schwerpunkt vom neurotischen Individuum zu Störungen in der Interaktion zwischen Patienten, die zuerst, noch vor jeder Individuation, soziale Wesen sind.

Durch die neuen Weiterbildungsordnungen für Ärzt*innen und Psychoanalytiker*innen ändert sich der Stellenwert der Gruppentherapie grundlegend. Therapeuten, gleichgültig ob kognitiv-behavioral, systemisch, tiefenpsychologisch fundiert oder psychoanalytisch, müssen in ihrem Verfahren sowohl in Einzel- und in Gruppenbehandlung theoretisch und praktisch weitergebildet werden.

Diese Vorgaben sind nicht nur politisch-bürokratischer Art, sondern auch hinsichtlich der klinischen Praxis sinnvoll. Erfahrungen und Kenntnisse von gruppenanalytischen Konzepten, Theorie und klinischer Praxis können für alle Psychotherapeuten ein Gewinn sein. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen aus Gruppentherapien, aber auch aus der gruppenanalytischen Weiterbildung und gruppenanalytischen Tagungen möchte ich darstellen, wie sich meine Haltung und Behandlungstechnik auch in Einzelbehandlungen verändert hat. Mein therapeutisches Verstehen und meine Haltung konnte ich um wichtige Dimensionen und Perspektiven ergänzen und bereichern. Dies möchte ich an Hand einiger praktischer Beispiele darstellen und diskutieren.

Dr. med. Robert Ohlrich

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